Abstract [de]: Der Initiator des regionalen Bildungsfonds Laichinger Alb Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel stellt die Idee hinter dem ‚Bildungssparen‘ vor und beschreibt kurz und knapp die Kernpunkte des Konzepts.

Das Konzept des Bildungssparens

Auszug aus der Eröffnungsrede des „Regionalen Bildungsfond Laichinger Alb“

Juni 2010

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Das Konzept des Bildungssparens

Jeder von uns weiß, wie das Bausparen funktioniert. Monatlich wird ein bestimmter Betrag- sagen wir 50 oder 100 Euro- gespart. Nach einer bestimmten Zeit wird das angesparte Geld zusammen mit einem Bauspardarlehen ausgezahlt, das für die vereinbarten Zwecke verwendet werden kann. Eine staatliche Bausparprämie machte das Konzept zur Vermögensbildung breiter Massen besonders attraktiv.

Die Idee des Bildungssparens knüpft an das Bausparen an. Diese Idee geht davon aus, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger in der Lage sind, für ihr Kind oder ihre Kinder einen monatlichen Betrag zu sparen, der für deren Erziehung und Ausbildung gedacht ist. Nun sind wir- gemeinsam etwa mit dem „Bund Katholischer Unternehmer“- der Meinung, dass ein solches Bildungssparen auch staatlich gefördert werden sollte. Es handelt sich nämlich zum einen um ein wesentliches Element des sozialen Zusammenhalts und der Übernahme persönlicher Gestaltungsverantwortung durch die Bürgerinnen und Bürger!

Zum anderen entsteht ein Hebel der Bildungsfinanzierung, der nicht zu unterschätzen ist. Wird bei einem Betrag von 1200 Euro im Jahr eine Bildungsprämie in Höhe von 300 Euro ausgeschüttet, dann fließt für einen Euro staatlicher Unterstützung das Fünffache zurück ins Bildungssystem- denn mit 300 Euro werden insgesamt 1500 Euro bewegt!

Die Kosten des Konzepts sind überschaubar. Wenn etwa die Hälfte aller jungen Menschen in den Genuss einer Förderung durch das Bildungssparen käme, läge der staatliche Aufwand bei rund 300 Euro für 6 Millionen junger Menschen, d.h. bei 1.800 Millionen Euro- anders gesagt bei 1,8 Mrd. Euro! Wir reden also von weniger als einem Prozent der für die Bankenrettung getätigten Bürgschaften!

Und dies in einem Land, bei dem die Bildungsausgaben immer noch unter dem Durchschnitt der entwickelten Staaten liegen. Die OECD-Staaten geben nämlich jährlich 6% des Bruttosozialprodukts für Bildung aus. In Deutschland sind es 4,8%. Es besteht also auch noch ein relativer Nachholbedarf (OECD-Bildungsstudie 2007, veröffentlicht 2010).

Nun ist Geld bekanntlich nicht alles, aber ohne Geld geht es eben auch nicht. Aus diesem Grund sei auch daran erinnert, dass nach Berechnungen des „Instituts der Deutschen Wirtschaft“ die messbare Bildungsrendite für Ausgaben zugunsten der Bildung und Erziehung junger Menschen nachhaltig und langfristig bei 8% liegt. Anders gesagt: Für 1000 Euro Investitionen in Bildung fließen über Jahrzehnte 80 Euro pro Jahr zurück!

Posted by Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel

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