Digitalisierung & KI


Menschlichem Handeln und menschlicher Entwicklung wohnen neben Rationalität und Planbarkeit, etwas Nichtvorhersehbares und Spontanes, Inspiratives inne. Das macht die Spannung für unser Leben aus. Derzeit tragen digitale Transformation und Künstliche Intelligenz (KI) zur hohen Geschwindigkeit der Veränderung nicht nur der Arbeits-, sondern gerade auch der Lebenswelt bei. Sollte dem Nichtvorhersehbaren und Spontanen zugunsten von Rationalität und Planbarkeit durch maschinelle Aktivitäten (insbesondere die Künstliche Intelligenz) an Bedeutung verlieren, so wird unser Leben ärmer. Herrschaftsstrukturen werden auf eine neue Art und Weise etabliert und die Verschärfung von Ungleichheit droht. Es gilt daher, Chancen und Risiken zu erkennen und den Herausforderungen in der öffentlichen Sphäre, in der Demokratie und in der Gestaltung politischer Spielregeln zu begegnen.

In der digitalen Transformation spiegelt sich daher grundlegend das Dilemma zwischen lokaler und globaler Zivilgesellschaft: Wir müssen hier und jetzt, im eigenen lokalen oder nationalen Raum, handeln – sind aber von globalen Entwicklungen abhängig, die keiner für sich alleine steuern kann. 

Im Zusammenspiel mit politischen und für den Willensbildungs- und Entscheidungsprozess relevanten Institutionen muss in diesem Sinne auf die Entwicklung Einfluss genommen werden:

  • Es geht um die Entwicklung und Implementierung durchsetzbarer Regeln. Es reicht nicht aus, in einer durch Egoismus und Nutzenmaximierung geprägten Welt an das „gute Gewissen“ der Marktakteure zu appellieren, sondern eine realistische Einschätzung für die Zukunft zu gewinnen. Denn naiv erscheint die Hoffnung, mit Freiwilligkeit die Auswirkungen von Ungerechtigkeit, Ungleichheit durch die Internetökonomie in eine positive Richtung zu lenken. Gegenwärtige Erfahrungen der Rechtsdurchsetzung im Internet und die Beobachtung, dass von digitalen Technologien geprägte Märkte ausufern und immer mehr Macht konzentrieren, sind warnende Beispiele. Menschen müssen in ihren Grundrechten geschützt und Ängste abgebaut werden.
  • Dabei sollten allerdings nicht die eigenen Handlungspotenziale unterschätzt werden, denn paradoxerweise führt die digitale Transformation sowohl zu einer Erhöhung der individuellen Gestaltungsmacht als auch zu ihrer gleichzeitigen Einschränkung. Welche Rechte und Pflichten ergeben sich aus unserer digitalen Personalität, die nicht nur Kontinuitäten zur analogen Welt, sondern auch Diskontinuitäten beinhalten? Wie verändern sich Anforderungen der Arbeitswelt und Führung, wenn Unsicherheit und Navigation im Meer der Möglichkeiten zu einer permanenten Herausforderung werden?

Das Institut für Sozialstrategie erforscht die globale Zivilgesellschaft in ihren wesentlichen Aspekten. Dazu gehören nach wie vor Bildung, Gesundheit, Wirtschaftsethik, Klimawandel, Religion und Minderheiten. All diese Bereiche werden von digitaler Transformation durchdrungen, so dass ein neuer Schwerpunkt zum Thema „Digitale Transformation und KI“ gebildet werden soll. Wir laden alle Interessierten dazu ein, kreative Beiträge zu publizieren!

Hier finden Sie die dazu ausgeschriebene Stellenausschreibung.

Da ‚Digitalisierung & Ki‘ in diesem Sinne als Querschnittsthema durch alle unsere Forschungsbereiche liegt, finden Sie hier eine Auflistung der bereits veröffentlichten Beiträge:

Beitrag von Ulrich Hemel (Juni 2020)
Beitrag von Andreas Mix (März 2020)
Beitrag von Stefan Streit (Februar 2020)
Beitrag von Ulrich Hemel (November 2019)

Beitrag von Oliver Bülchmann (April 2019)
Beitrag von Stefan Streit (Januar 2019)
Beitrag von Stefan Streit (November 2018)
Beitrag von Carolina Weyde (Mai 2018)
Beitrag von Mario Faust-Scalisi (April 2018)
Beitrag von Santiago Galeano, Ulrich Hemel und Katharina Schüller (April 2018)
Beitrag von Florian Hoffmann (März 2018)
Beitrag von Ulrich Hemel, Manfred Maus und Michael Scherm (Februar 2018)
Beitrag von Oliver Bülchmann (Februar 2018)
Beitrag von Santiago Galeano Hernández (Dezember 2017)
Beitrag von Ulrich Hemel (November 2016)
Beitrag von Ulrich Hemel (Oktober 2016)
Beitrag von Santiago Galeano Hernández (Oktober 2015)